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Rücken & Wirbelsäule

 

Spannungskopfschmerz

Hintergrund & Ursachen

Häufigste Kopfschmerzform. Auslöser: muskuläre Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur, Fehlhaltungen (Bildschirmarbeit, Smartphone), Stress, Schlafmangel, Kiefergelenksprobleme. Oft Kombination aus mehreren Faktoren.

Symptome

Dumpfer, drückender Kopfschmerz, meist beidseitig, \"wie ein Schraubstock\" und ausstrahlend von hinten nach vorne. Keine Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit (Abgrenzung zur Migräne). Kann episodisch oder chronisch auftreten. Häufig begleitende Nackenverspannung.

Untersuchung & Diagnose

Klinische Untersuchung der Halswirbelsäule und Nackenmuskulatur. Abtasten von Triggerpunkten. Neurologische Untersuchung zum Ausschluss anderer Ursachen. Bildgebung nur bei atypischen Symptomen oder Warnzeichen (plötzlicher heftigster Kopfschmerz, neurologische Ausfälle).

Therapie

Multimodal: Physiotherapie (manuelle Therapie, Dehnung, Haltungsschulung, Krafttraining), Arbeitsplatzergonomie, Stressmanagement. Sehr gute Wirkung der Magnetfeldtherapie. Medikamentös: Schmerzmedikation bei Bedarf und über kurze Zeiträume. Stoßwellentherapie bei myofaszialen Triggerpunkten. Kinesio Taping.

Muskelverspannungen

Hintergrund & Ursachen

Erhöhte Muskelspannung (Hypertonus) der Nacken-, Schulter- oder Rückenmuskulatur durch muskuläre Schwäche, Fehlhaltungen, einseitige Belastung, Bewegungsmangel, Stress, Kälte oder als Schutzreaktion bei Wirbelsäulenveränderungen.

Symptome

Verhärtete, druckschmerzhafte Muskulatur, eingeschränkte Beweglichkeit, ausstrahlende Schmerzen, Spannungskopfschmerz. Häufig morgens nach dem Aufwachen verstärkt. Druckschmerzhafte Triggerpunkte können Schmerz in entfernte Regionen projizieren.

Untersuchung & Diagnose

Palpation der Muskulatur, Identifikation von Triggerpunkten, Beurteilung der Beweglichkeit, Haltungsanalyse. Bildgebung nur bei Verdacht auf strukturelle Wirbelsäulenpathologie.

Therapie

Physiotherapie (Kraftaufbau, manuelle Therapie, Triggerpunktbehandlung, Dehnübungen), Wärmeanwendung, Stoßwellentherapie (besonders effektiv bei myofaszialen Triggerpunkten), Kinesio Taping, Magnetfeldtherapie (EMTT). Ggf. medikamentöse Muskelrelaxation kurzfristig. Langfristig: Kräftigung der Haltemuskulatur und Verbesserung der Ergonomie.

Nackenschmerzen (Zervikalsyndrom)

Hintergrund & Ursachen

Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule durch degenerative Veränderungen (Bandscheibenvorwölbung, Spondylarthrose, Facettengelenksarthrose), muskuläre Dysbalancen und Schwäche, Fehlhaltung, nach Unfall (Schleudertrauma), Bandscheibenvorfall.

Symptome

Schmerzen im Nacken mit möglicher Ausstrahlung in Schulter, Arm oder Hinterkopf. Steifigkeit, eingeschränkte Kopfdrehung. Bei Nervenbeteiligung: Kribbeln, Taubheit oder Schwäche in Arm oder/und Hand. Schwindel kann vorkommen - Ausschlussdiagnose.

Untersuchung & Diagnose

Klinische und neurologische Untersuchung der HWS. Röntgen (Steilstellung, degenerative Veränderungen). MRT bei Nervensymptomen, Ausfällen oder Verdacht auf Bandscheibenvorfall.

Therapie

Konservativ: Physiotherapie (Mobilisation, Kräftigung der tiefen Nackenflexoren, Haltungsschulung), manuelle Therapie, Stoßwellentherapie, Infiltrationen bei Facettengelenksarthrose, Schmerzmedikation. Bei Bandscheibenvorfall mit relevanter Nervenkompression: Zuweisung an Neuro- bzw. Wirbelsäulenchirurgie.

Kreuzschmerzen / Lumbalgie

Hintergrund & Ursachen

Schmerzen der Lendenwirbelsäule -- in \>85 % der Fälle \"unspezifisch\" (keine schwere strukturelle Ursache). Mögliche Auslöser: muskuläre Schwäche, Verspannung, Bandscheibenvorwölbung oder Bandscheibenvorfall, Facettengelenksarthrose, Spinalkanalstenose, ISG-Blockade, Osteoporose, seltener Tumor oder Infektion.

Symptome

Lokale Schmerzen im unteren Rücken, oft mit Ausstrahlung in Gesäß oder Oberschenkel. Bei Nervenbeteiligung: Ausstrahlung ins Bein bis zum Fuß (Ischialgie), Taubheit, Kribbeln, Kraftverlust. Morgensteifigkeit, verhärtete Muskulatur.

Untersuchung & Diagnose

Klinisch-neurologische Untersuchung (Lasègue-Zeichen, Reflexe, Sensibilität, Kraft). Röntgen der LWS, ggf. Becken. MRT bei Verdacht auf Bandscheibenvorfall, Nervenkompression oder bei Warnhinweisen.

Therapie

Mehrstufig: 1) Schmerztherapie und gezielte Physiotherapie (muskuläre Aktivierung und Kräftigung, keine Bettruhe). 2) Infiltrationen: Facettengelenksinfiltrationen, ISG-Infiltrationen, intramuskuläre Infiltrationen, periradikuläre Therapie bei CT gezielter Nervenwurzelinfiltration. 3) Stoßwellentherapie und Magnetfeldtherapie bei muskulären Beschwerden. 4) Zuweisung an spezialisierte Neuro- oder Wirbelsäulenchirurgie bei OP-Indikation.

Bandscheibenvorfall

Hintergrund & Ursachen

Vorfall von Bandscheibengewebe (Nucleus pulposus) durch einen Riss im Faserring (Anulus fibrosus) mit möglicher Nervenwurzelkompression und Entzündung des Gewebes um den Nerv. Risikofaktoren: Alter, Übergewicht, Muskelschwäche, schwere körperliche Arbeit, Bewegungsmangel, Rauchen, genetische Veranlagung. Häufig an der unteren Lendenwirbelsäule (LWS).

Symptome

Akuter Rückenschmerz mit Ausstrahlung ins Bein (Ischialgie), typischerweise unterhalb des Knies. Taubheit und Kribbeln im Versorgungsgebiet der betroffenen Nervenwurzel. Kraftverlust (z.B. Fußheberschwäche). Husten, Niesen und Pressen verstärken den Schmerz. Notfall: Cauda-equina-Syndrom (Harn- oder Stuhlverlust, Reithosenphänomen) -- sofortige neurochirurgische Vorstellung (24 Stunden).

Untersuchung & Diagnose

Klinisch-neurologische Untersuchung mit segmentaler Zuordnung. MRT der LWS ist der Goldstandard. Nervenleitgeschwindigkeitsmessung (NLG/EMG) bei chronischen Verläufen.

Therapie

90 % der Bandscheibenvorfälle heilen konservativ: Schmerztherapie (medikamentös), Physiotherapie (frühzeitige Aktivierung, Kraftaufbau), Infiltrationstherapie (periradikuläre Therapie = CT gezielte Infiltration bei starker Nervenwurzelreizung -- im Krankenhaus durchführbar). Operative Indikation bei: relevanter Lähmung, Cauda-equina-Syndrom, Versagen der konservativen Therapie -- dann Zuweisung an spezialisierte Neuro- bzw. Wirbelsäulenchirurgie.

 

ISG-Beschwerden (Iliosakralgelenk)

Hintergrund & Ursachen

Schmerzhafte Funktionsstörung des Iliosakralgelenks (Kreuz-Darmbein-Gelenk). Ursachen: Blockade, Fehlbelastung, Überlastung, Beinlängendifferenz, nach Schwangerschaft (Lockerung der Bänder), degenerative Veränderungen.

Symptome

Einseitiger Schmerz im unteren Rücken/Gesäß, der in die Leiste oder den hinteren Oberschenkel ausstrahlen kann. Verschlechterung beim Aufstehen, Treppensteigen und langem Stehen. Oft verwechselt mit Bandscheibenvorfall oder Hüftproblemen.

Untersuchung & Diagnose

Klinische ISG-Provokationstests (mindestens 3 positive Tests für die Diagnose): Patrick/FABER-Test, Kompressionstest, Distraktionstest, Gaenslen-Test. Diagnostische ISG-Infiltration als Goldstandard. Röntgen/MRT meist unauffällig bei funktioneller Störung.

Therapie

Physiotherapie (Manuelle Therapie und Mobilisation, gezielte Stabilisierungsübungen, Stärkung der sog. Core-Muskulatur), ISG-Infiltration mit Lokalanästhetikum und Cortison. Stoßwellentherapie, Magnetfeldtherapie, Kinesio Taping. Bei chronischer Therapieresistenz: Radiofrequenzdenervation (spezialisierte Schmerztherapeuten).

 

Osteoporose (Knochenschwund)

Hintergrund & Ursachen

Systemische Skeletterkrankung mit verminderter Knochendichte und erhöhtem Knochenbruchrisiko (Frakturrisiko). Primäre Osteoporose: postmenopausal (Östrogenmangel) oder altersbedingt. Sekundäre Osteoporose: durch Medikamente (Cortison), Immobilität, Schilddrüsenerkrankungen, Kalzium-/Vitamin-D-Mangel.

Symptome

Oft symptomlos bis zur ersten Fraktur. Typische Brüche: Wirbelkörper (Sinterungsfraktur mit Rundrückenbildung, Größenverlust), Schenkelhals, distaler Radius (Handgelenk). Chronische Rückenschmerzen bei Wirbelkörpereinbrüchen.

Untersuchung & Diagnose

Knochendichtemessung (DEXA-Scan) als Goldstandard: T-Score \< -2,5 = Osteoporose. Röntgen der Wirbelsäule (Wirbelkörperfrakturen?). Labor: Marker des Knochenstoffwechsels.

Therapie

Basistherapie: Kalzium (1000--1200 mg/Tag) und Vitamin D (800--2000 IE/Tag), Kraftaufbau Training (Physiotherapie), Sturzprophylaxe. Medikamentöse Therapie je nach Risikoprofil: Bisphosphonate, Denosumab, Teriparatid Bei Wirbelkörperfrakturen: Schmerztherapie, ggf. Kyphoplastie (Zuweisung).

Die Inhalte dieser Seite dienen lediglich der Information und ersetzen nicht den Besuch beim Arzt.
 

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