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  • Dr. Markus Winnisch MSc


Aus unbekannter Quelle stammt das Zitat, dass „Sport im Wesentlichen nur ein Weg sei, Krankheiten durch Unfälle zu ersetzen“. Bei allem in dieser Aussage zu Tage tretenden Humor muss doch erkannt werden, dass ein Körnchen Wahrheit hinter dem Zitat steckt. Kaum ein sportlich tätiger Mensch – vom Spitzensportler bis hin zum Breitensportler – bleibt im Zuge seines Lebens von Sportverletzungen verschont. Deshalb hat die PSV Wien auch das Angebot von Dr. Markus Winnisch, unserer Vereinigung als Vereinsarzt zur Verfügung zu stehen, begeistert angenommen.

Dr. Markus Winnisch weist nicht zuletzt durch seinen Vater, den bereits in den Ruhestand getretenen seinerzeitigen Stadtpolizeikommandanten der Inneren Stadt und ehemaligen Leiter der Logistikabteilung der Landespolizeidirektion Wien, Generalmajor Dieter Winnisch, seit seiner Jugend einen starken Bezug zur Polizei auf. Den Lesern unserer Rundschau ist er überdies als Fachautor von Artikeln zu gesundheitsrelevanten Themen seit langer Zeit bekannt. Wir haben ihn darum gebeten, unseren Mitgliedern seine Qualifikationen und sein Angebot für PSV-Angehörige zu präsentieren.

Dr. Winnisch, Sie sind nicht nur Vereinsarzt der PSV Wien, sondern auch der Teamarzt der Frauennationalmannschaft des ÖFB. Was waren bislang die wesentlichen Stationen Ihrer beruflichen Laufbahn?

Noch vor meinem Medizinstudium war ich als Notfallsanitäter beim Roten Kreuz tätig und bildete meine notfallmedizinischen Wurzeln aus, zu denen es mich noch heute sehr stark hin zieht. Der Umgang mit akuten, lebensbedrohlichen Notfallsituationen schärft den medizinischen Blick und bietet Grundlage für strukturiertes und besonnenes Vorgehen, selbst in kritischen Situationen. Die Versorgung von Unfallpatienten lag mir von Beginn an sehr am Herzen, da die Art und Qualität ihrer Versorgung einen wesentlichen Einfluss auf ihr weiteres Leben haben. Mich dieser Herausforderung zu stellen, motiviert mich noch immer Tag für Tag. Bereits während des Studiums durfte ich erste unfallchirurgisch – operative Erfahrungen bei meinem späteren Mentor, Univ. Prof. Dr. Rudolf Schabus, dem Doyen der Kniechirurgie, sammeln. Als Sportmediziner mit jahrzehntelanger Erfahrung im Spitzensport, lehrte er mich neben medizinischem Ethos, unfallchirurgischer Grundlagen und der Kniechirurgie auch den Bezug und die Liebe zur Sportmedizin. Die Ausbildung zum Facharzt für Orthopädie und Traumatologie (ehem. Unfallchirurgie) absolvierte ich an der Medizinischen Universität Wien (MUW), am Wiener AKH und im Herz Jesu Krankenhaus bei Prim. Dr. Werner Anderl, dem Mitbegründer der modernen Schulterchirurgie. Durch meine Nahebeziehung zur Wiener Polizei und der Liebe zur Notfallmedizin, durfte ich 2013 als Vorstandsmitglied des Vereins PULS – dem Verein zur Bekämpfung des plötzlichen Herztodes, das Projekt „First Responder Polizei Wien“ ins Leben rufen. In Folge dessen ist es mittlerweile selbstverständlich, dass nahezu jedes Polizeifahrzeug in Wien mit einem lebensrettenden Defibrillator ausgestattet ist. Es erfüllt mich mit Stolz und gleichzeitig Demut, an diesem weltweit einzigartigen Projekt führend beteiligt gewesen zu sein. Durch die Leistung der Polizistinnen und Polizisten konnten bereits unzählige Menschenleben gerettet werden. Lehre und Forschung an der MUW und meinem Institut für angewandte Notfall- und Intensivmedizin blieben stets fixe Säulen meiner Tätigkeit. Seit 2018 darf ich nun das österreichische Fußball Frauennationalteam des ÖFB ärztlich betreuen. Eine überaus erfüllende und herausfordernde Tätigkeit, mit und für dieses grandiose Team zu arbeiten. Das gesamte Feld der sportärztlichen Betreuung muss dabei abgedeckt werden und selbst der erfahrene Sportarzt wird stets gefordert. Neben meiner Ordination im Salzburger Pinzgau, in der Nationalparkgemeinde Rauris, stehe ich meinen Patientinnen und Patienten in der Wiener Privatklinik an der Seite von Prof. Schabus und im Wiener Herz Jesu Krankenhaus zur Verfügung.

Was sind Ihre fachlichen, beruflichen Spezialitäten? Können Sie uns etwas über ihren ethischen Zugang zur Medizin mitteilen?


Müsste ich meine medizinische Prägung in einem Satz zusammenfassen, würde ich mich als sportmedizinischer Orthopäde mit unfallchirurgischem Herz und notfallmedizinischen Wurzeln bezeichnen. Meine Leidenschaft ist die Kniegelenksversorgung mit all ihren Facetten. Einerseits bieten konservative Maßnahmen, also jene ohne Operation, ein breites Therapiefeld. Sportverletzung oder degenerative Gelenkerkrankungen können so oft schonend versorgt werden. Andererseits stehen operativ minimal invasive Eingriffe an Gelenksschleimhaut oder Meniskus, Stammzelltherapien, rekonstruktiv erhaltenden Operationen, wie zum Beispiel der Rekonstruktion der Kreuzbänder oder der Meniskustransplantation zur Verfügung. Bei Bedarf biete ich auch große Kniegelenksersatzoperationen an unserem endoprothetischen Zentrum an. Neben sportassoziierten Erkrankungen der Kniegelenke behandle ich aber auch degenerative Störungen, wie zum Beispiel Schäden der Gelenksknorpel oder Störungen des Knochenstoffwechsels. Hier steht auch ein breites Behandlungsspektrum zur Verfügung, das einen operativen Eingriff verhindert, oder ihn weit hinauszögern kann.

Sportmedizin, Orthopädie und Traumatologie enden aber natürlich nicht bei der Behandlung eines speziellen Gelenks. So ist es mir ein dringendes Anliegen, für meine Patientinnen und Patienten ein umfassendes medizinisches Angebot für den Bewegungsapparat zu bieten.

Die nahtlose Betreuung nach einem operativen Eingriff, in enger Zusammenarbeit mit hoch qualifizierten Physiotherapeutinnen und Therapeuten ist für mich selbstverständlich und ermöglicht mittel- und langfristig beständigen, sportlichen und beruflichen Rehabilitationserfolg.


Da die Betreuung von Sportlern, ob Profi oder Hobbyathlet, thematisch regelmäßig auch andere medizinische Fachgebiete, wie zum Beispiel die Innere Medizin betrifft, bietet mein großes medizinisches Netzwerk stets optimale Betreuung durch kurze und unkomplizierte medizinische Weiterleitung an die jeweiligen Spezialisten.

Um meinen ethischen Zugang zur Medizin zu beschreiben, wäre es vermutlich einfacher, einen meiner Patientinnen oder Patienten nach seinen Erfahrungen mit meiner Betreuung und Therapie zu fragen. Es ist mir nämlich immens wichtig, dass meine Patientinnen und Patienten stets das Gefühl und die Gewissheit haben, rundum professionell, sorgsam und zuverlässig betreut zu sein. Ich möchte Ihnen die Sicherheit geben, sich bei mir in vertrauensvollen Händen zu wissen und Ihnen Stabilität in Zeiten besonderer Ungewissheit zu geben. Eine Sportverletzung oder ein anderes gesundheitliches Problem des Bewegungsapparats kann das Leben nachhaltig verändern. Nicht nur sportliche, sondern auch berufliche Karrieren können in einer kleinen unglücklichen Sekunde langfristig geschädigt werden. Patienten nach solchen Momenten aufzufangen und Ihnen Perspektive und Ziele zu geben, betrachte ich als wichtige Aufgaben. Patientinnen und Patienten sollen die Sicherheit haben, dass, mit oder ohne Operation, das Beste getan wird, um ihre Gesundheit und ihre sportlichen Fähigkeiten optimal wiederherzustellen.

Als Sportmediziner bin ich mir bewusst, dass die medizinische Betreuung von Athletinnen und Athleten auch eine Gratwanderung zwischen athletischem Interesse und medizinischer Verpflichtung ist. Gemeinsam abzuwägen, welche sportlichen Risiken medizinisch vertretbar sind – besonders im Rahmen der Rehabilitation nach einer Verletzung – und von welchen Belastungen abgeraten werden muss, ist häufig gefordert und wohl mit einer der schwierigsten Teile sportmedizinischer Arbeit.


Gibt es einen Satz, der Ihr medizinisches Handeln beschreibt?


Für eine erfolgreiche Therapie sind zu gleichen Teilen der Patient, der behandelnde Arzt und der Physiotherapeut gefordert!


Inwiefern können Sie unseren Vereinsmitgliedern, die ein medizinisches Problem haben, helfen? Wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?


Ich freue mich, den Mitgliedern des PSV mit medizinischem Rat und Therapie zur Verfügung zu stehen. Bereits seit Juli biete ich ein Mal pro Monat eine kostenlose Sprechstunde in den Räumlichkeiten des PSV an. Nach einer kurzen Anmeldung besteht dort die Möglichkeit für ein vertrauliches Erstgespräch in angenehmer Atmosphäre. Nach einem Ersteindruck über die medizinischen Anliegen besteht die Möglichkeit, einer Beratung, welche weiteren Maßnahmen sinnvoll erscheinen. Bei Bedarf kann ein Termin in meiner Ordination vereinbart werden. Mein großes medizinisches Netzwerk bietet außerdem immer direkten Zugang zu den jeweiligen Spezialisten anderer Fachrichtungen. Höchste Professionalität und individuelle Betreuung sind auf jeden Fall sichergestellt.


Meine Ordination ist unter der Telefonnummer 0664/2580 800 erreichbar. Gerne können Sie Termine auch unter markus@winnisch.at vereinbaren.

Ordination Wiener Privatklinik: Pelikangasse 15/5, 1090 Wien, www.arztinwien.at

Ordination Tauernortho Rauris: Voglmaierweg 3, 5661 Rauris, www.tauernortho.at

In Notfällen, zum Beispiel einer akuten Verletzung, bin ich für meine Patientinnen und Patienten 24 Stunden täglich erreichbar!

Dürfen wir Sie abschließend noch fragen, welchen Zugang Sie persönlich zum Sport haben? Findet jemand, der sich beruflich intensiv mit den nachteiligen Folgen des Sports auseinander setzen muss, noch Spaß an sportlicher Betätigung?


Bewegung ist Leben – auch für den Arzt! In diesem Sinne ist auch mir persönlich körperliche Aktivität sehr wichtig. Jedes Mal, wenn ich im Rahmen eines Lehrgangs des Fußball Nationalteams in die Verlegenheit komme, in einen Ballwechsel mit einer Nationalteamspielerin verwickelt zu werden, bestätigt mich das aber definitiv in meiner Berufswahl – das Messer führe ich viel besser, als den Ball!



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  • Dr. Markus Winnisch MSc

Dr. Markus Winnisch, MSc ist seit Anfang Juli 2020 Sportarzt der Polizeisportvereinigung Wien.



Mit großer Freude stellte sich Dr. Markus Winnisch, MSc Anfang des Monats als neuer Sportarzt der traditionsreichen PSV - Wien vor. Die nunmehr aus 26 Sektionen bestehende Vereinigung wurde 1918 gegründet und bietet privat und beruflich eine sportliche Heimat für Sportler verschiedenster Disziplinen. Neben der dienstlichen Nutzung für Bedienstete der Polizei, stehen die Einrichtungen der PSV auch vereinsangehörigen Privatpersonen zur Verfügung. Seit Vereinsgründung sind etwa 10.000 Mitglieder Teil der Vereinigung.


Die Liste sportlicher Aktivitäten beim PSV scheint nicht enden wollend: Eishockey, Faustball, Fechten, Futsal, Fußball, Gesundheitssport, Gewichtheben, Golf, Gymnastik & Turnen, Judo, Kanu, Krav Maga Allround, Kugelstoßen, Motorsport, Mountainbike, Radsport, Reiten, Ringen, Schach, Schieß-Sport, Schilauf, Schwertkampf, Sportkegeln, Tennis, Tischtennis, Wassersport - hier kommt wirklich jeder Sportler auf seine Kosten.


"Die sportärztliche Tätigkeit bei einem derart vielfältigen Sportverband garantiert spannende, abwechslungsreiche und herausfordernde Aufgabenstellungen!", sagt Dr. Winnisch.


Neben der Verfügbarkeit als Ansprechpartner für trainierende Polizeibeamte und Profisportler, steht Dr. Winnisch natürlich auch den vielen Hobbysportlern stets mit medizinischem Rat und kompetenter Versorgung zur Verfügung. Zusätzliche zum normalen Ordinationsangebot, gibt es nun beim PSV Polizeisportzentrum (Dampfschiffhaufen 2, 1220 Wien) ein für Mitglieder kostenloses Sprechstundenangebot.


Anmeldung dazu unter buero@polizeisv-wien.at oder direkt in der Ordination unter 0664/2580 800.


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  • Dr. Markus Winnisch MSc

Erfahren Sie hier mehr über Ursachen und Therapien des Hüftschmerzes!

Jährlich erhalten in Österreich etwa 20.000 Patienten ein künstliches Hüftgelenk. Oft ist die Operation für die betroffenen Patienten eine rettende Hilfe nach langer Zeit des Schmerzes und der Einschränkung des täglichen Lebens. Doch wie kommt es dazu, dass dieser Eingriff notwendig wird? Welche Ursachen können Schmerzen im Hüftgelenk haben und welche Alternativen gibt es zur Operation?


TAUERNORTHO und Dr. Markus Winnisch informieren Sie – damit Sie wissen, worauf Sie sich verlassen können.

Das Hüftgelenk bildet die bewegliche Verbindung zwischen dem Oberschenkelknochen und dem Beckenknochen.

Es ist das zweitgrößte Gelenk des menschlichen Körpers und überträgt die Last des Körpers auf die Beine. Daher ist es, besonders bei Bewegungen wie zum Beispiel gehen oder laufen, sehr hohen Belastungen ausgesetzt. Die Gelenkspartner sind auf der einen Seite der Oberschenkelkopf, welcher mit Knorpel überzogen ist und auf der anderen Seite die Beckenpfanne, in der sich der Kopf wie eine Kugel bewegen kann. Auch die Pfanne ist innen von einer Knorpelschicht überzogen. Die Knorpelflächen vermindern die Reibung und bilden zusammen mit der Gelenkflüssigkeit eine natürliche Stoßdämpfung. Eine feste Gelenkskapsel umschließt das Gelenk, hält es in Position und ermöglicht gleichzeitig Beweglichkeit und Stabilität. Um das Gelenk bewegen zu können, ist es von kräftigen Muskeln umgeben. Diese entspringen entlang der Wirbelsäule und um das Becken und ziehen zum Oberschenkel. Sie ermöglichen jene Bewegungen, die im Hüftgelenk zum Sitzen, Stehen, Gehen, Laufen u.s.w. notwendig sind.


Hüftgelenksschmerzen treten vermehrt mit zunehmendem Alter auf. So zeigen sich bei etwa 5 % der 50 Jährigen und einem Viertel der 80 Jährigen Hinweise auf Abnutzungserscheinungen der Hüftgelenke. Es gibt jedoch auch durchaus jüngere Patienten, die Hüftbeschwerden angeben und ärztlichen Rat benötigen. Angeborene Fehlstellungen des Beckens oder der Beine, Durchblutungsstörungen oder Fehlbelastungen können Ursachen für das frühe Auftreten von Hüftschmerzen sein. Neben dem ausführlichen ärztlichen Gespräch und einer Erhebung von Vorerkrankungen, Risikofaktoren, früherer Verletzungen und der körperlichen Belastung sind eine genaue klinische Untersuchung, sowie bei Bedarf weiterführende Untersuchungen (wie zum Beispiel die Durchführung von Röntgen und Magnetresonanzuntersuchung – MRT) zur Diagnosestellung notwendig.


In manchen Fällen kann es sein, dass Schmerzen im Hüftgelenk an ganz anderer Stelle entstehen und ein Problem in der Hüfte nur „vortäuschen“. So können Abnutzungen der Kniegelenke Schmerzen verursachen, die in das Hüftgelenk ausstrahlen. Auch Störungen in der Wirbelsäule können Schmerzen verursachen, die in die Hüften ziehen. Hier zeigt sich besonders, wie wichtig das ausführliche ärztliche Gespräch und die persönliche Untersuchung des Patienten ist. Nur so können Beschwerden richtig zugeordnet und gezielt weiterführende Untersuchungen verordnet werden. Exakte Ursachenforschung und das Stellen einer richtigen Diagnose ist die Voraussetzung für den Beginn einer sinnvollen Therapie. Die kann dann auch so, möglichst rasch zur Besserung der Beschwerden führen. Es liegt in der Verantwortung des kompetenten Arztes, sich für den Patienten ausreichend Zeit zu nehmen, um ihm bereits hier unnötige Wege und Untersuchungen zu ersparen.


Oft ist die Durchführung einer Röntgenuntersuchung im Rahmen der Diagnostik des Hüftschmerzes erforderlich. Dabei können die beteiligten Knochen (Oberschenkel, Becken, Lendenwirbelsäule) beurteilt werden, es können akute Verletzungen wie z.B. Knochenbrüche oder Absplitterungen ausgeschlossen und der Abstand der Knochen im Gelenk beurteilt werden. Besonders bei jungen Patienten kann es nötig sein, zusätzlich ein MRT der betroffenen Hüfte oder der Wirbelsäule durchzuführen. Im MRT können die Weichteile, also z.B. Knorpel, Muskeln und Nerven besonders gut dargestellt werden. Außerdem kann der Arzt Veränderungen im Knochen, die beispielsweise durch Durchblutungsstörungen oder Verletzungen verursacht werden, erkennen.


Im Folgenden sollen einige häufige Erkrankungen der Hüftregion dargestellt werden


Schleimbeutelentzündung

Seitlich an der Hüfte bzw. am oberen Oberschenkel findet sich am sogenannten großen Rollhügel ein Schleimbeutel (ähnlich jenem am Ellbogen), der sich durch Überlastung entzünden kann. Das führt zu sehr unangenehmen, stechenden Schmerzen, die am Beginn nur bei Belastung, später aber auch in Ruhe auftreten. Therapieoptionen sind neben der Belastungsanpassung die gute Physiotherapie, lokale Infiltrationen (also das Einspritzen von Medikamenten, die direkt am betroffenen Ort wirken) oder in Tablettenform eingenommene Entzündungshemmer.


Piriformissyndrom

Der sogenannte Piriformis Muskel liegt in der Gesäßregion sehr nahe am Ischias Nerv. In Folge von Fehlhaltungen, Überlastungen oder Verletzungen kommt es zu einer Verspannung und Verkürzung des Muskels. Dieser drückt dann auf den Nerv und reizt ihn. Schmerzen in Gesäß und Oberschenkel sind die Folge. Da diese Diagnose oft nicht einfach zu stellen ist, haben Patienten manchmal einen langwierigen Leidensweg hinter sich. Eine Therapie ist aber gut möglich, zum Beispiel mittels Physiotherapie oder lokaler Infiltrationen.


Schnapphüfte

Ein lästiges, schnappendes Geräusch in der Hüfte kann hinweisend auf die sogenannte „Schnapphüfte“ sein. Dabei kommt es bei bestimmten Bewegungen zu einem manchmal unangenehmen Schnappen eines hüftnahen Muskels über den Knochen. Das Schnappen selbst hat meist keinen Krankheitswert, muss also nicht unbedingt behandelt werden. Kommt es aber zu Schmerzen oder stört das Schnappen massiv, kann physiotherapeutisch versucht werden, die unangenehmen Bewegungsmuster zu verhindern. In schweren Fällen kann eine Operation in Schlüssellochtechnik notwendig sein.


Hüft - Impingement (Hüft – Einklemmung)

Der Oberschenkelkopf liegt knorpelüberzogen in der Hüftpfanne. Dort steht ihm bei Bewegungen ein recht großer Spielraum zur Verfügung. Denken wir nur an die Bewegungen einer Eiskunstläuferin – bei der Grätsche ist das Bein nahezu 90° zur Seite gestreckt, in der tiefen Hocke bis zu 130° gebeugt, auch ein Überstrecken oder Drehen des Beins ist möglich. Für dieses Bewegungsausmaß, das stark trainingsabhängig ist, ist ein exaktes Zusammenspiel zwischen den Hüftgelenksteilen nötig. Durch angeborene Störungen der Hüftpfanne oder des Oberschenkelkopfes, sowie durch Knochenumbauten kann es in den Grenzbereichen zwischen Oberschenkelkopf bzw. -hals und dem Rand der Hüftpfanne (an dem sich eine Knorpellippe = Labrum befindet) zu Einklemmungen kommen. Dabei kann das Labrum und der angrenzende Knorpel geschädigt werden. Dies führt zu bewegungsabhängigen Schmerzen und einer eingeschränkten Beweglichkeit. Auch bei Patienten jungen Alters können solche Einklemmungsphänomene auftreten und sportliche wie tägliche Aktivitäten stark einschränken. Nach entsprechendem Verdacht kann eine MRT Untersuchung der Hüfte Aufschluss bringen. Im Falle einer Verletzung von Labrum oder Knorpel kann eine Operation notwendig werden. Gerade in den letzten Jahren konnten sich hier sogenannte „minimal invasive“ Operationstechniken durchsetzen. Wie bei anderen Gelenken häufig bekannt, kann auch an der Hüfte eine Arthroskopie, also eine Gelenksspiegelung durchgeführt werden. Dabei werden unter Narkose eine kleine Kamera in das Hüftgelenk eingeführt und die betroffenen Strukturen (Knorpel, Labrum, Gelenkskapsel, umgebende Muskulatur, usw.) beurteilt. Mit speziellen, hochentwickelten OP Instrumenten, können anschließend Schäden repariert werden. Problemstellen, die zur Einklemmung geführt haben, können beseitigt werden. Das ermöglicht in Folge die Heilung des Gelenks.


Hüftgelenksarthrose

Die Knorpelflächen im Hüftgelenk sind regelmäßig sehr hohen Belastungen ausgesetzt. Auf wenigen Quadratzentimetern Fläche müssen sie beim Gehen mindestens das gesamte Körpergewicht tragen. Beim Laufen oder ähnlichen Bewegungen, steigt die Belastung des Hüftgelenks oft auf ein Vielfaches des eigenen Körpergewichts.

Bedingt durch verschiedene Ursachen, kann es zu einer Verminderung der Knorpeldicke, zu tiefergehenden Knorpelschäden und schlussendlich zu einem völligen Verlust des Gelenksknorpels kommen. Dies führt dazu, dass die Reibung im Gelenk massiv ansteigt (es reibt Knochen an Knochen) und der umgebende Knochen binnen kurzer Zeit geschädigt wird. Es kommt zu Knochenumbau, Bewegungseinschränkungen des Hüftgelenks und zu starken Schmerzen. Diese sind anfänglich nur bei Belastung vorhanden, können aber schlussendlich auch nachts auftreten und zu einer massiven Einschränkung der Lebensqualität führen. Unbehandelt kann einer Arthrose des Hüftgelenks zur Einsteifung des Gelenks, also zur Unbeweglichkeit des Gelenks führen.

Verschiedene Faktoren können zu einer Abnutzung der Hüftgelenke und dem Entstehen einer Arthrose beitragen. Dabei sind Übergewicht, Rauchen, fett- und zuckerreiche Ernährung, zu wenig körperliche Bewegung aber auch Fehlbelastungen oder Überlastungen zu nennen. Auch erbliche Faktoren oder angeborene Hüftstörungen spielen eine wesentliche Rolle bei Entstehung und Fortschreiten einer Arthrose.


Zur Therapie der Hüftgelenksarthrose stehen verschiedene nichtoperative und operative Möglichkeiten zur Verfügung. Prinzipiell kann man sagen, dass das frühe Erkennen und Beheben von Ursachen, sowie das rasche Erkennen einer beginnenden Arthrose wesentlich für den zufriedenstellenden Therapieerfolg sind.



Ein aktiver bis sportlicher Lebensstil, also regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und die Reduktion von oben genannten Risiken sind die Basis der Arthrosevorbeugung bzw. dem Hinauszögern einer beginnenden Arthrose. Körperliche Aktivitäten sollen so gestaltet werden, dass sie angenehm sind und nicht zu einer Zunahme von bereits bestehenden Beschwerden führen. Es eignen sich Sportarten wie z.B. Schwimmen, Wandern, Tanzen, Turnen (Gymnastik), Nordic Walken oder bei entsprechender Erfahrung auch Rad fahren, Reiten oder Ski Langlauf. Auch bei fortgeschrittener Arthrose ist körperliche Aktivität sinnvoll und zu empfehlen. Eine kompetente Physiotherapie ist sinnvoll, um Übungen zu erlernen und richtig durchzuführen. Außerdem kann der Therapeut durch verschiedene Therapieverfahren zur Schmerzlinderung beitragen und bestehende Bewegungseinschränkungen verbessern.



In der Ernährung haben sich folgende Nahrungsmittel als besonders günstig und Gelenk erhaltend erwiesen: frisches Obst, Gemüse und Salate, Milchprodukte, heimischer Fisch und kaltgepresste Öle. Zugelassene und qualitätiv hochwertige Nahrungsergänzungsmittel können knorpelprotektive und entzündungshemmende Effekte unterstützen.


Dem behandelnden Arzt stehen eine Reihe entzündungshemmender und schmerzstillender Medikamente zur Arthrosetherapie zur Verfügung. Diese können in Tablettenform verabreicht oder auch lokal in das Gelenk eingespritzt werden (Infiltration). Oberste Priorität muss hier die Schmerzfreiheit bei gleichzeitig möglichst geringen Nebenwirkungen haben, um Lebensqualität und Aktivität der Patienten hoch zu halten.



Bei fortgeschrittener Arthrose, therapieresistenten Schmerzen und zunehmender Belastung der Patienten, kann eine operative Versorgung notwendig werden. Bereits 1938 wurde in London die erste Hüftgelenksprothese entwickelt und implantiert. Seit damals zeigt sich eine stete Entwicklung der operativen Verfahren und zur Verfügung stehenden Prothesen. Der Hüftgelenksersatz ist heute ein sehr sicheres und häufig durchgeführtes Verfahren. Es kommen dabei modernste Operationstechniken in Kombination mit hochentwickelten Prothesensystemen zur Anwendung. Ziel ist es dabei, die abgenutzten und geschädigten Gelenksanteile möglichst schonend zu entfernen und durch eine künstliche Gelenkteile (Prothese) zu ersetzen.



Anhand der durchgeführten Bildgebung (Röntgenvermessung, ggf. Computertomografie) wird die Operation vom Operateur am Computer vorgeplant. Dabei kann dieser bereits die Art der Prothese, Größenverhältnisse und anatomische Besonderheiten berücksichtigen. Das Vorgehen hier ist ähnlich das eines Piloten, der sich auf den kommenden Flug vorbereitet. Der Eingriff wird dann in Vollnarkose oder „Kreuzstich“ durchgeführt. Unter Schonung von Haut, Muskeln und anderen Weichteilen kommen heute moderne, minimal invasive OP Verfahren zum Einsatz. So ist es mit entsprechender Erfahrung möglich, die Operation mit einem nur ca. 8 – 10 cm langen Hautschnitt durchzuführen. Nach dem Entfernen des geschädigten Hüftkopfes und der geschädigten Pfannenanteile, wird die Prothese eingebracht. Dabei kommen hochmodernen Metalllegierungen, Keramik oder Vitamin E verstärkte Kunststoffe zum Einsatz. Die Patienten können meist noch am Operationstag aufstehen und das operierte Gelenk voll belasten. Eine Spitalsentlassung ist oft wenige Tage nach der Operation möglich.

Jede medizinische Behandlung, ob operativ oder nicht – operativ, kann neben den gewünschten Wirkungen auch verschiedene Nebenwirkungen haben. Diese können unterschiedlich schwer sein und unterschiedlich häufig auftreten. Es ist wichtig, dass Patienten vor der Durchführung einer Therapie mit ihrem Arzt alle Vor- und Nachteile, sowie die jeweiligen Risiken und Nebenwirkungen im Rahmen eines Aufklärungsgesprächs ausführlich miteinander besprechen.





Dieser Artikel hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Er dient zur allgemeinen Information und kann weder ein ärztliches Gespräch, noch eine ärztliche Untersuchung ersetzen. Wenn Sie Fragen haben, vereinbaren Sie in meiner Ordination HIER einen Termin. Ich stehe Ihnen in Rauris und Wien zur Verfügung!



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