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Hüfte

 

Hüftprothese (Hüft-TEP)

Hintergrund & Ursachen

Eine Hüftprothese wird notwendig, wenn der Gelenkknorpel so stark abgenutzt ist, dass konservative Maßnahmen keine ausreichende Schmerzlinderung mehr bringen. Häufigste Ursache ist die Coxarthrose (Hüftarthrose) durch jahrelangen Verschleiß, Fehlstellungen, frühere Verletzungen oder entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis. Auch eine Hüftkopfnekrose (Durchblutungsstörung des Hüftkopfes) oder bestimmte Oberschenkelhalsbrüche können einen Gelenkersatz erfordern.

Symptome

Belastungsabhängige Leistenschmerzen, die in Oberschenkel oder Knie ausstrahlen können. Anlaufschmerzen nach Ruhephasen, zunehmend verkürzte Gehstrecke und Schwierigkeiten beim Anziehen von Schuhen und Socken. In fortgeschrittenen Stadien treten Ruhe- und Nachtschmerzen auf, häufig begleitet von Hinken und Beinlängendifferenz.

Untersuchung & Diagnose

Klinische Untersuchung mit Prüfung der Beweglichkeit, Beinlänge und Gangbild. Röntgenaufnahmen zeigen den Arthrosegrad (verschmälerter Gelenkspalt, Knochenneubildungen). Computergestützte 3D-Operationsplanung ermöglicht die Bestimmung der optimalen Prothesengröße und -position. Ultraschall und bei Bedarf MRT ergänzen die Diagnostik.

Therapie

Minimalinvasive Implantation am endoCert-zertifizierten Endoprothetikzentrum: kleinere Schnitte, kaum Muskelschädigung, schnellere Erholung. Jede Prothese wird individuell an die Anatomie angepasst. OP-Dauer ca. 60 Minuten, Aufstehen und Vollbelastung meist am OP Tag. Rehabilitation mit Physiotherapie über 8 --12 Wochen bis zur Vollbelastung. Moderne Implantate halten in über 90 % der Fälle 15--20 Jahre oder länger.

 

Arthrose (Hüftgelenksverschleiß)

Hintergrund & Ursachen

Fortschreitender Abbau des Gelenkknorpels im Hüftgelenk. Risikofaktoren: Alter, Übergewicht, angeborene Fehlstellungen (Hüftdysplasie), frühere Verletzungen, genetische Veranlagung und Überlastung. Entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis können ebenfalls zur Coxarthrose führen.

Symptome

Anlaufschmerzen in der Leiste nach Ruhephasen als typisches Frühsymptom. Im Verlauf belastungsabhängige Schmerzen mit Ausstrahlung in Oberschenkel oder Knie. Abnehmende Beweglichkeit, besonders bei Innenrotation und Beugung. Fortgeschritten: Ruhe- und Nachtschmerz, deutlich verkürzte Gehstrecke.

Untersuchung & Diagnose

Klinische Untersuchung der Hüftbeweglichkeit und Ganganalyse. Röntgen zeigt Gelenkspaltverkleinerung, Knochensporne (Osteophyten) und Sklerosierung. Ultraschall zur Beurteilung von Gelenkergüssen und Weichteilveränderungen. MRT bei unklarem Befund.

Therapie

Stufenkonzept: Zunächst Physiotherapie, Gewichtsreduktion und Schmerzmedikation. Gelenksinfiltrationen mit Hyaluronsäure, Cortison oder ACP-Eigenbluttherapie und Stammzelltherapie - Miracell® zur Schmerzlinderung und Regeneration. Ergänzend Stoßwellentherapie und Magnetfeldtherapie. Bei Versagen konservativer Maßnahmen ist der Gelenkersatz (Hüftprothese) die operative Standardlösung.

 

Akute Verletzung

Hintergrund & Ursachen

Stürze, Sportunfälle oder direkte Traumata. Häufig betroffen sind die Adduktoren- und Hüftbeugermuskulatur (Zerrungen, Faserrisse), Schleimbeutel (traumatische Bursitis), das Labrum (Gelenklippe) sowie knöcherne Strukturen (Becken-, Oberschenkelhalsfrakturen). Bei Sportlern sind Leistenverletzungen besonders häufig.

Symptome

Plötzlich einsetzende Schmerzen in Hüfte, Leiste oder Gesäß. Je nach Verletzung: Schwellung, Bluterguss, Bewegungseinschränkung oder Unfähigkeit zur Belastung. Bei Frakturen starke Schmerzen mit möglicher Fehlstellung des Beins.

Untersuchung & Diagnose

Klinische Untersuchung mit Prüfung der Beweglichkeit und spezifischen Provokationstests. Röntgen zum Frakturausschluss. Ultraschall zur Beurteilung von Muskeln, Sehnen und Flüssigkeitsansammlungen. MRT bei Verdacht auf Labrumriss oder Stressfraktur.

Therapie

Abhängig von der Verletzungsart: Muskelzerrungen und -faserrisse werden konservativ mit Schonung, Kühlung, Kompression und Physiotherapie behandelt. Schleimbeutelentzündungen sprechen auf entzündungshemmende Medikamente und Infiltrationen an. Frakturen erfordern je nach Lage und Stabilität operative Versorgung.

Unklare Hüftbeschwerden

Hintergrund & Ursachen

Nicht alle Hüftschmerzen haben eine offensichtliche Ursache. Mögliche Auslöser: frühes Arthrose-Stadium, Labrumläsion, Hüftimpingement (femoro-acetabuläres Impingement/FAI), Stressfraktur, Bursitis trochanterica, Sehnenreizungen oder projizierte Schmerzen aus der Lendenwirbelsäule (pseudoradikuläre Schmerzen).

Symptome

Diffuse Schmerzen in Leiste, Oberschenkel, Gesäß oder seitlicher Hüfte, die sich keiner klaren Ursache zuordnen lassen. Häufig belastungsabhängig, manchmal lagetypisch (Seitenlage nachts). Gelegentlich Blockierungsgefühl oder Einklemmungsphänomen.

Untersuchung & Diagnose

Ausführliche klinische Untersuchung mit differenzialdiagnostischem Approach: Hüfttests, Untersuchung der Ledenwirbelsäule (LWS), Iliosakralgelenk-Tests. Röntgen, Ultraschall und MRT zur systematischen Abklärung. Diagnostische Infiltrationen können helfen, die Schmerzquelle einzugrenzen.

Therapie

Richtet sich nach der identifizierten Ursache. Häufig sprechen unklare Hüftbeschwerden gut auf gezielte Physiotherapie, Infiltrationstherapie und ggf. Stoßwellentherapie an. Ein strukturierter diagnostischer Algorithmus verhindert unnötige Verzögerungen.

Knorpelschaden

Hintergrund & Ursachen

Schädigung des Gelenkknorpels im Hüftgelenk durch Trauma (Sturz, Sportverletzung), Fehlbelastung, Impingement oder beginnende Arthrose. Knorpel hat keine eigene Blutversorgung und regeneriert daher kaum von selbst.

Symptome

Belastungsabhängige Leistenschmerzen, Bewegungseinschränkung, gelegentlich Einklemmungsphänomene oder Blockierungsgefühl. Schwellung (Erguss) im Gelenk nach Belastung. Die Symptome überlappen stark mit denen der Hüftarthrose.

Untersuchung & Diagnose

Klinische Untersuchung, Röntgen (zeigt nur indirekte Zeichen wie Gelenkspaltverengung). MRT mit speziellen Knorpelsequenzen ist der Goldstandard zur Beurteilung von Knorpeldefekten und Begleitverletzungen. Diagnostische Arthroskopie in ausgewählten Fällen.

Therapie

Konservativ: Entlastung, Physiotherapie, Hyaluronsäure- und ACP-Eigenblutinjektionen oder Stammzellbehandlung zur Förderung der Knorpelergesundheit. Operativ: Bei lokalisierten Defekten kommen arthroskopische Verfahren wie Mikrofrakturierung oder Knorpeltransplantation in Frage. Bei fortgeschrittenem Schaden kann ein Gelenkersatz erforderlich werden.

Schleimbeutelentzündung (Bursitis)

Hintergrund & Ursachen

Entzündung des Schleimbeutels über dem großen Rollhügel (Bursitis trochanterica) -- eine der häufigsten Ursachen für seitliche Hüftschmerzen. Auslöser: Überlastung (Laufsport, Wandern), muskuläre Dysbalancen, Beinlängendifferenz, Fehlstellung oder direkte Druckbelastung. Auch Teil des sogenannten Trochanter-Schmerzsyndroms.

Symptome

Schmerzen an der seitlichen Hüfte, besonders beim Liegen auf der betroffenen Seite, Treppensteigen und nach längerem Gehen. Druckschmerz über dem Trochanter major. Häufig Nachtschmerzen in Seitenlage.

Untersuchung & Diagnose

Klinische Diagnose durch Palpation und spezifische Tests. Ultraschall zeigt Verdickung und Flüssigkeitsansammlung im Schleimbeutel. Röntgen zum Ausschluss knöcherner Ursachen. MRT bei therapieresistenten Fällen.

Therapie

Konservativ in den meisten Fällen erfolgreich: Entlastung, entzündungshemmende Medikamente, gezielte Physiotherapie (Kräftigung der Hüftabduktoren und Dehnung des Tractus iliotibialis). Lokale Infiltration mit Cortison bei starken Beschwerden. Stoßwellentherapie und Magnetfeldtherapie als ergänzende Option. Operative Intervention nur in seltenen, sehr therapieresistenten Fällen.

 

Freier Gelenkkörper

Hintergrund & Ursachen

Freie Gelenkkörper sind losgelöste Knorpel- oder Knochenfragmente, die frei im Gelenkraum schwimmen. Sie entstehen durch Knorpelabsprengung (Trauma, Osteochondrosis dissecans), fortgeschrittene Arthrose oder Chondromatose (Bildung multipler Gelenkkörper aus der Gelenkinnenhaut).

Symptome

Plötzliche Gelenkblockaden (das Gelenk \"klemmt\"), stechende Schmerzen, die ebenso plötzlich wieder verschwinden, wenn der Gelenkkörper seine Position ändert. Wiederkehrende Schwellungen (Ergüsse). Langfristig können freie Gelenkkörper den verbliebenen Knorpel schädigen.

Untersuchung & Diagnose

Röntgen kann verkalkte Gelenkkörper zeigen. MRT stellt auch nicht-verkalkte Fragmente dar und zeigt die Herkunft des Gelenkkörpers.

Therapie

Symptomatische freie Gelenkkörper sollten arthroskopisch entfernt werden, um weitere Knorpelschäden zu verhindern. Bei Osteochondrosis dissecans: Refixierung des Fragments oder Knorpelrekonstruktion. Konservative Therapie nur bei asymptomatischen Zufallsbefunden. Bei schwerer Arthrose kann der Hüftgelenksersatz notwendig werden.

Bewegungseinschränkung

Hintergrund & Ursachen

Eingeschränkte Hüftbeweglichkeit kann durch Arthrose, Impingement (FAI), Kapselverdickung (adhäsive Kapsulitis -- selten an der Hüfte), Muskelverspannungen, postoperative oder posttraumatische Vernarbung oder angeborene Fehlstellungen verursacht werden.

Symptome

Einschränkung der Beugung, Streckung, Rotation oder Abspreizung. Schwierigkeiten bei Alltagsaktivitäten wie Schuhe anziehen, ins Auto einsteigen oder Treppen steigen. Kompensatorische Fehlhaltungen mit Folgebeschwerden in Rücken oder Knie.

Untersuchung & Diagnose

Genaue Messung des Bewegungsumfangs (ROM) nach der Neutral-Null-Methode. Vergleich mit der Gegenseite. Röntgen und MRT zur Ursachenklärung. Analyse des Bewegungsmusters und der Muskelbalance.

Therapie

Abhängig von der Ursache: Physiotherapie mit manueller Mobilisation und gezielter Dehnung ist der erste Schritt. Bei Impingement ggf. arthroskopische Korrekturoperation. Bei Arthrose: Infiltrationstherapie zur Schmerzlinderung und Verbesserung der aktiven Beweglichkeit. Bei hochgradiger Bewegungseinschränkung durch Arthrose: Gelenkersatz.

Die Inhalte dieser Seite dienen lediglich der Information und ersetzen nicht den Besuch beim Arzt.
 

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