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Fuß & Sprunggelenk

 

Sprunggelenksschmerz

Hintergrund & Ursachen

Schmerzen im Sprunggelenk haben vielfältige Ursachen: Arthrose (oft nach früheren Verletzungen), Impingement (Einklemmung von Weichteilen oder Knochen), Osteochondrale Läsion (Knorpel-Knochen-Schaden), Sehnenentzündung (oft Peroneal-, Tibialis posterior Sehne), freie Gelenkkörper.

Symptome

Belastungsabhängige Schmerzen im Sprunggelenk, Schwellung, Bewegungseinschränkung, Blockadegefühl, Instabilität. Schmerzen beim Abrollen, Treppensteigen oder auf unebenem Gelände.

Untersuchung & Diagnose

Klinische Untersuchung mit Prüfung der Beweglichkeit, Stabilität und spezifischen Provokationstests. Röntgen im Stehen. MRT zur Beurteilung von Knorpel, Bändern und Sehnen. Ultraschall für oberflächlich gelegene Strukturen.

Therapie

Abhängig von der Ursache: Physiotherapie, Einlagenversorgung, Infiltrationen (Cortison, ACP-Eigenbluttherapie, Stammzelltherapie - Miracell®), Stoßwellentherapie, Magnetfeldtherapie, Nahrungsergänzung. Arthroskopische Operation bei Impingement -- also einer Einklemmung, freien Gelenkkörpern oder Knorpelschäden. Auch manche Bandverletzungen können arthroskopisch versorgt werden. Bei fortgeschrittener Arthrose: Versteifungsoperation (Arthrodese) oder Sprunggelenksprothese.

 

Sprunggelenksinstabilität (chronisch)

Hintergrund & Ursachen

Chronische Instabilität nach schlecht ausgeheiltem Bänderriss -- eine der häufigsten Folgen wiederholter Umknicktraumen. Die Außenbänder sind ohne Funktion, das Gelenk hat keine ausreichende passive Stabilität mehr. Risiko: wiederum leichteres Umknicken mit sekundären Knorpelschäden und Arthrose -- also dem Gelenkverschleiß.

Symptome

Wiederkehrendes Umknicken, Unsicherheit auf unebenem Boden, Angst vor bestimmten Aktivitäten, Schwellneigung nach Belastung. Langfristig: zunehmende Schmerzen und Arthroseentwicklung.

Untersuchung & Diagnose

Klinische Stabilitätsprüfung (vorderer Schubladentest, Inversionstest), Vergleich mit der Gegenseite. Gehaltene Röntgenaufnahmen zur Quantifizierung. MRT: Beurteilung der Bandstrukturen und des Knorpels.

Therapie

Konservativ: Physiotherapie mit Propriozeptionstraining (Koordinations- und Gleichgewichtstraining) und Kräftigung der Unterschenkelmuskulatur, in Sonderfällen Sprunggelenksorthese beim Sport. Operativ: anatomische Bandrekonstruktion bei anhaltender Instabilität trotz konservativer Therapie. Arthroskopisch-assistierte Techniken möglich.

 

Knorpelschaden und Arthrose

Hintergrund & Ursachen

Knorpelschäden am Sprunggelenk entstehen häufig posttraumatisch (nach Bänderriss oder Bruch) oder durch chronische Instabilität. Osteochondrale Läsion des Talus (OCL): umschriebener Knorpel-Knochen-Defekt, häufig am inneren Sprungbeinrand. Sprunggelenksarthrose: fast immer posttraumatisch.

Symptome

Belastungsabhängige Schmerzen, Schwellung, Blockadegefühl bei freien Gelenkkörpern, eingeschränkte Beweglichkeit. Anlaufschmerzen, Belastungsschmerzen, in fortgeschrittenen Stadien Ruhe- und Nachtschmerzen.

Untersuchung & Diagnose

Röntgen im Stehen, MRT zur Knorpelbeurteilung und Erkennung osteochondraler Läsionen. CT bei knöcherner Beteiligung. Diagnostische Arthroskopie.

Therapie

Konservativ: Physiotherapie, Einlagenversorgung, Infiltrationen (Hyaluronsäure, ACP Eigenbluttherapie, Stammzelltherapie - Miracell®). Operativ: arthroskopische Mikrofrakturierung bei Knorpeldefekten, Knorpel-Knochen-Transplantation bei größeren Defekten, Anbohrung. Bei fortgeschrittener Arthrose: Arthrodese (Versteifung) oder Sprunggelenksprothese.

Akuter Bänderriss

Hintergrund & Ursachen

Häufigste Sportverletzung: Umknicken des Fußes nach innen (Supinationstrauma). Betroffen sind meist die Außenbänder (Ligamentum fibulotalare anterius am häufigsten). Risikofaktoren: vorherige Bandverletzungen, mangelndes Aufwärmen, ungeeignetes Schuhwerk, unebener Untergrund.

Symptome

Sofortige Schwellung und Schmerzen am Außenknöchel, Bluterguss (häufig erst nach Stunden sichtbar), Belastungsschmerz, ev. Instabilität. Grad I: Überdehnung. Grad II: Teilriss. Grad III: Komplettruptur mit deutlicher Instabilität.

Untersuchung & Diagnose

Klinische Stabilitätsprüfung (vorderer Schubladentest). Ultraschall zeigt Bandverletzung direkt und im Rahmen einer dynamischen Untersuchung. MRT bei Verdacht auf Begleitverletzungen (Ausschluss einer Verletzung der Syndesmose, Knorpelschaden).

Therapie

Grad I--II: Konservativ (PECH -- Regel: Pause, Eis, Compression, Hochlagerung), Push Aequi-Orthese, frühfunktionelle Physiotherapie, funktionelles Taping, Propriozeptionstraining, ev. ACP - Eigenbluttherapie. Grad III oder Syndesmose Verletzung: individuelle Entscheidung zur Operation. Chronische Instabilität nach konservativem Versagen: anatomische Bandrekonstruktion - Sehnentransfer.

 

Sprunggelenksbruch (Fraktur)

Hintergrund & Ursachen

Bruch des Sprunggelenks (Außenknöchel, Innenknöchel, hintere Schienbeinkante) meist durch Umknicken mit axialer Belastung oder starker Verdrehung. Häufig beim Sport, Glatteis oder Treppenstürzen.

Symptome

Starke Schmerzen, Schwellung, Bluterguss, Unfähigkeit zur Belastung, ggf. sichtbare Fehlstellung. Bei luxiertem (ausgerenktem) Gelenk: dringliche Reposition erforderlich = Notfall!

Untersuchung & Diagnose

Klinische Weichteilbeurteilung (Schwellung, Spannungsblasen). Röntgen in zwei Ebenen. CT bei komplexen Frakturen, bei Gelenkbeteiligung oder zur OP-Planung. MRT oder Ultraschall zur Beurteilung der Syndesmose.

Therapie

Stabile, nicht dislozierte Frakturen (Weber A): konservativ mit Orthese/Gehgips und Teilbelastung für 6 Wochen. Instabile, dislozierte Frakturen (Weber B, C): operative Versorgung mit Platten- und Schraubenosteosynthese. Metallentfernung oft nach ca. 12 Monaten möglich. Bei Syndesmosenverletzung: operative Einbringung einer Stellschraube oder Spezialimplantat (Flaschenzug).

 

Hallux valgus

Hintergrund & Ursachen

Fehlstellung der Großzehe: erster Mittelfußknochen weicht nach innen ab, Großzehe nach außen. Ursachen: genetische Veranlagung (häufig familiär), enges Schuhwerk (Absatzschuhe), Spreizfuß, Bindegewebsschwäche. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer.

Symptome

Sichtbare Fehlstellung mit vorstehender Beule (sog. Pseudo Exostose) am Großzehengrundgelenk. Schmerzen und Druckstellen bei geschlossenem Schuhwerk. Schleimbeutelentzündung über dem Ballen. Fortgeschritten: Arthrose im Grundgelenk, Hammerzehen an den Kleinzehen durch Verdrängung.

Untersuchung & Diagnose

Klinische Beurteilung der Fehlstellung und Beweglichkeit. Belastetes Röntgen im Stehen mit Winkelmessung (Hallux-valgus-Winkel, Intermetatarsalwinkel). Beurteilung von Begleitdeformitäten und Arthrose.

Therapie

Konservativ: fußspezialisierte Physiotherapie, Einlagen (Spreizfußeinlage), Zehenspangen, Nachtschiene, Barfußgehen, weites Schuhwerk. Diese Maßnahmen können Beschwerden lindern, aber die Fehlstellung nicht korrigieren. Operativ: verschiedene Verfahren je nach Schweregrad (Chevron-, Scarf-, Lapidus-Osteotomie). Ziel: Schmerzfreiheit und funktionelle Korrektur der Fehlstellung.

 

Großzehengrundgelenksarthrose (Hallux rigidus)

Hintergrund & Ursachen

Arthrose des Großzehengrundgelenks mit zunehmender Versteifung und Schmerz. Zweithäufigste Arthrose am Fuß. Ursachen: genetische Veranlagung, Überlastung, Trauma, Gicht, angeborene Formvarianten des Gelenks.

Symptome

Schmerzen beim Abrollen und Abstoßen, zunehmende Steifigkeit des Großzehengrundgelenks (eingeschränkte Dorsalextension), tastbarer Knochensporn streckseitig. Schmerzen beim Gehen, Laufen, Springen und in Schuhen mit steifer Sohle oder hohem Absatz.

Untersuchung & Diagnose

Klinische Untersuchung der Beweglichkeit (normale Dorsalextension: 60--70°, bei Hallux rigidus oft \<30°). Röntgen zeigt verengten Gelenkspalt, Osteophyten, Fehlstellungen.

Therapie

Konservativ: steife Einlagen (Rigidusfeder) zur Entlastung des Gelenks, Schmerzmedikation, Infiltrationen (Cortison, Hyaluronsäure, ACP Max™ Infiltration). Operativ: Cheilektomie (Abtragung des Knochensporns, Erhalt der Beweglichkeit) bei frühen Stadien. Arthrodese (Versteifung in Funktionsstellung) bei fortgeschrittener Arthrose -- die zuverlässigste Methode mit hoher Patientenzufriedenheit.

 

Achillessehnenbeschwerden

Hintergrund & Ursachen

Achillodynie (Achillessehnenschmerz) und Achillessehnenruptur (Achillessehnenriss). Schmerz und Reizung: Überlastung durch Laufsport, plötzliche Trainingsintensivierung, ungeeignetes Schuhwerk, muskuläre Verkürzung der Wadenmuskulatur, Stoffwechselstörungen. Ruptur: plötzliche maximale Belastung (Sprint, Sprung), oft bei degenerativ vorgeschädigter Sehne (meist Männer im Alter 30--50). Risikofaktoren: Übergewicht, Stoffwechselstörungen, Cortison-Injektionen in die Sehne.

Symptome

Schmerz und Reizung: Schmerzen und Verdickung der Sehne, Anlaufschmerzen besonders in der Früh nach dem Aufstehen, Schmerzpeaks nach Belastung. Ruptur: peitschenartiger Schmerz, hörbarer Knall, Delle tastbar, Unfähigkeit auf Zehenspitzen zu stehen, Watschelgang.

Untersuchung & Diagnose

Klinisch: Inspektion, Palpation (Verdickung, Delle), Thompson-Test (Wadendrucktest) bei Rupturverdacht. Ultraschall: zeigt Sehnenverdickung, krankhafte Mehrdurchblutung, Einrisse oder komplette Ruptur. MRT bei unklarem Befund oder erweiterter Fragestellung.

Therapie

Reizung: konservative Achillessehnentherapie mit Physiotherapie - exzentrisches Training (bestes Evidenzniveau), Stoßwellentherapie, ACP-Eigenbluttherapie, Einlagenversorgung (Fersenerhöhung), Kinesio Taping. Keine Cortison-Injektionen in die Achillessehne! Ruptur: hauptsächlich operativ (offene oder minimalinvasive Sehnennaht). Besonders Sportler und jüngere aktive Patienten profitieren stark von der operativen Versorgung. Die konservative Therapie eines Sehnenrisses ist in Ausnahmefällen erforderlich (z.B. schlechter Allgemeinzustand des Patienten) und kann dann mit ACP Eigenbluttherapie unterstützt werden.

 

Haglund-Ferse (Haglund-Exostose)

Hintergrund & Ursachen

Die Haglund-Ferse ist eine knöcherne Vorwölbung am hinteren oberen Rand des Fersenbeins. Diese Knochenprominenz führt zu Reibung und Druckbelastung auf die Achillessehne und den darunterliegenden Schleimbeutel (Bursitis retrocalcanea). Ursachen: anlagebedingte Formvariante des Fersenbeins, enges und steifes Schuhwerk, Hohlfuß mit steiler Ferse, vermehrte sportliche Belastung (Laufsport). Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Symptome

Druckschmerz und sichtbare Schwellung am hinteren oberen Fersenrand. Rötung und Verdickung der Haut durch Schuhreibung. Schmerzen beim Tragen geschlossener Schuhe und beim Bergaufgehen. Schwellung und Entzündung des Schleimbeutels zwischen Knochen und Achillessehne (Bursitis retrocalcanea). In fortgeschrittenen Fällen: Reizung oder Teilschädigung der Achillessehne an der Ansatzstelle.

Untersuchung & Diagnose

Klinische Untersuchung: tastbare Knochenprominenz am hinteren Fersenbein, Druckschmerz, Beurteilung der Schwellung und Hautirritation. Röntgen seitlich zeigt die knöcherne Vorwölbung und den sogenannten Haglund-Winkel. Ultraschall zur Beurteilung des Schleimbeutels, der Achillessehne und möglicher Verkalkungen. MRT bei Verdacht auf Achillessehnenbeteiligung oder unklarem Befund.

Therapie

Konservativ: Druckentlastung durch offene Schuhe oder Schuhe mit weicher Hinterkappe. Fersenpolster und Einlagen zur Entlastung. Entzündungshemmende Medikamente. Physiotherapie mit Dehnübungen der Wadenmuskulatur. Stoßwellentherapie bei begleitender Schleimbeutel- oder Sehnenreizung. Lokale Infiltration des Schleimbeutels (ACHTUNG: KEIN Cortison zur Achillessehne!). Operativ bei anhaltenden Beschwerden ab 6-9 Monaten konservativer Therapie: Abtragung der knöchernen Prominenz (Resektion der Haglund-Exostose), ggf. mit Entfernung des entzündeten Schleimbeutels und Débridement der Achillessehne.

 

Fersensporn (plantarer und dorsaler Fersensporn)

Hintergrund & Ursachen

Ein Fersensporn ist ein knöcherner Auswuchs (Osteophyt) am Fersenbein. Man unterscheidet: plantarer Fersensporn (unterer Fersensporn, am Ansatz der Plantarfaszie an der Fersensohle) und dorsaler Fersensporn (oberer Fersensporn, am Ansatz der Achillessehne). Der plantare Fersensporn ist deutlich häufiger und entsteht durch chronische Überlastung und Mikrotraumata am Sehnenansatz. Risikofaktoren: Übergewicht, langes Stehen im Beruf, Fußfehlstellungen (Senk-/Knickfuß, Hohlfuß), verkürzte Wadenmuskulatur, Alter (häufig 40-60 Jahre), plötzliche Trainingsintensivierung bei Läufern. Der Fersensporn selbst verursacht oft keine Schmerzen - die Schmerzen kommen von der begleitenden Entzündung der Plantarfaszie (Plantarfasziitis) bzw. der Achillessehne.

Symptome

Plantarer Fersensporn: stechender, brennender Schmerz an der Fersensohle, typischerweise bei den ersten Schritten morgens nach dem Aufstehen (Anlaufschmerz). Der Schmerz bessert sich nach einigen Minuten Gehen, kehrt aber nach längerer Belastung wieder zurück. Druckschmerz genau an der Fersensohle medial (innenseitig). Verstärkt bei barfuß Gehen auf hartem Boden. Dorsaler Fersensporn: Schmerzen am hinteren Fersenrand, verstärkt durch Schuhreibung und Bergaufgehen (siehe auch Haglund-Ferse und Achillessehnenbeschwerden).

Untersuchung & Diagnose

Klinische Untersuchung: gezielter Druckschmerz an der Fersensohle (plantar) bzw. am Achillessehnenansatz (dorsal). Beurteilung des Fußgewölbes, der Wadenmuskelverkürzung und der Beinachse. Röntgen seitlich zeigt den knöchernen Sporn. Ein Fersensporn im Röntgen ohne Beschwerden ist ein Zufallsbefund und hat keinen Krankheitswert. Ultraschall: Verdickung der Plantarfaszie (normal < 4 mm, entzündet > 4-5 mm), Flüssigkeitsansammlung, ggf. Teileinrisse. MRT nur bei therapieresistenten Fällen oder Verdacht auf Stressfraktur.

Therapie

Konservative Therapie ist in über 90% der Fälle erfolgreich: 1) Einlagenversorgung mit Fersenweichbettung und Aussparung im Bereich des Druckpunktes. 2) Dehnübungen der Plantarfaszie und Wadenmuskulatur (tägliches Dehnen ist entscheidend). 3) Fokussierte Stoßwellentherapie - Erfolgsrate 70-80% bei chronischem Fersensporn, besonders gut belegt durch Studien. 4) ACP-Eigenbluttherapie bei begleitender Fasziitis. 5) Nachtlagerungsschiene (Strassburg Sock) hält den Fuß nachts in Dorsalextension und verhindert das Verkürzen der Faszie. 6) Kinesio Taping zur Entlastung. Keine Cortison-Injektionen in die Fersensohle (Risiko des Fettpolsterabbaus und Faszienruptur). Operativ nur in absoluten Ausnahmefällen bei Versagen der konservativen Therapie über 12 Monate: partielle Fasziotomie.

 

Plantarfasziitis

Hintergrund & Ursachen

Die Plantarfasziitis ist eine schmerzhafte Reizung und degenerative Veränderung der Plantarfaszie (Sehnenplatte an der Fußsohle), die vom Fersenbein zu den Zehengrundgelenken verläuft. Sie ist die häufigste Ursache für Fersenschmerzen. Ursachen: chronische Überlastung durch Laufsport, langes Stehen, Übergewicht, Fußfehlstellungen (Senk-/Plattfuß, Hohlfuß), verkürzte Wadenmuskulatur und Achillessehne, ungeeignetes Schuhwerk (zu flach, zu wenig Dämpfung). Häufig bei Läufern, aber auch bei Nicht-Sportlern mit Risikofaktoren. Pathologisch handelt es sich nicht um eine akute Entzündung, sondern um eine degenerative Veränderung mit Mikroeinrissen in der Faszie (Fasziose), ähnlich wie beim Tennisellbogen.

Symptome

Leitsymptom: stechender Schmerz an der Fersensohle bei den ersten Schritten morgens oder nach längerem Sitzen (Anlaufschmerz). Der Schmerz lässt nach einigen Minuten Gehen nach, kehrt aber bei längerer Belastung oder abends wieder. Druckschmerz an der Innenseite der Fersensohle, wo die Faszie am Fersenbein ansetzt. Schmerzen verstärkt beim Barfußgehen, Treppensteigen und auf Zehenspitzen stehen. In chronischen Fällen: dauerhafter dumpfer Fersenschmerz auch in Ruhe.

Untersuchung & Diagnose

Klinische Diagnose: gezielter Druckschmerz am medialen Tuber calcanei (innenseitige Fersensohle). Schmerzverstärkung bei Dorsalextension der Großzehe (Windlass-Test). Beurteilung der Wadenmuskelverkürzung, des Fußgewölbes und des Gangbildes. Ultraschall zeigt verdickte Plantarfaszie mit möglicher Signalveränderung und Flüssigkeitseinlagerung. Röntgen: ggf. plantarer Fersensporn. MRT bei therapieresistenten Fällen zum Ausschluss von Stressfrakturen, Nervenkompression oder anderen Ursachen.

Therapie

Multimodale konservative Therapie: 1) Dehnung der Plantarfaszie und Wadenmuskulatur - mindestens 3x täglich. Faszienrolle oder gefrorene Flasche unter dem Fuß rollen. 2) Einlagenversorgung: individuell angepasste Einlagen mit Fersenweichbettung und Gewölbestütze. 3) Fokussierte Stoßwellentherapie: 3-5 Sitzungen, Evidenz gut belegt, Erfolgsrate 70-80%. 4) ACP-Eigenbluttherapie: Wachstumsfaktoren fördern die Faszienheilung. 5) Nachtlagerungsschiene zur Verhinderung der nächtlichen Verkürzung. 6) Kinesio Taping zur Sofortentlastung. 7) Exzentrisches Training via Physiotherapie: Wadenmuskeltraining auf der Treppenstufe. Keine Cortison-Injektionen in die Plantarfaszie (erhöhtes Rupturrisiko und Abbau des Fersen-Fettpolsters). Operative Maßnahmen (partielle Fasziotomie) nur in seltenen, therapieresistenten Fällen nach min. 12 Monaten. Über 90% der Patienten werden konservativ erfolgreich behandelt.

Die Inhalte dieser Seite dienen lediglich der Information und ersetzen nicht den Besuch beim Arzt.
 

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